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Der Begriff
„Albino" (aus dem Spanischen, "der Weißliche") wurde von
portugiesischen Afrikafahrern im 18. Jahrhundert geprägt. Sie sahen bei
ihrer Ankunft in Afrika dunkel- und hellhäutige Eingeborene und nannten die
einen "negros" (negro - schwarz) und die anderen negros albinos (weißliche
Schwarze). Der Begriff "Albino" sollte jedoch bei betroffenen Menschen nicht
verwendet werden, da ein Mensch durch seine Person und nicht durch seine
zufällig vorhandene Erkrankung charakterisiert wird. Wir bevorzugen daher
"Personen mit Albinismus".
Albinismus ist
keine auf die Menschen beschränkte Stoffwechselstörung, prinzipiell
können unterschiedliche Formen von Albinismus im Tierreich bei allen
Spezies vorkommen. Albinismus übt seit Jahrhunderten eine Faszination aus,
so findet sich bereits im 19. Jahrhundert eine Darstellung einer australischen
Familie mit Albinismus.
Alle Formen des
Albinismus sind aufgrund des Farbstoffmangels vergesellschaftet mit
Veränderungen des Auges und der Sehbahn. In der Regel findet sich (siehe
Teil Augenveränderungen) eine deutliche angeborene Sehbehinderung
(Seheinschränkung, die durch Brillengläser nicht normalisiert werden
kann), ein unwillkürliches Augenzittern und eine starke
Blendungsempfindlichkeit. Nur sehr selten ist Albinismus mit anderen
Erkrankungen verbunden, in der Regel sind die Betroffenen bis auf die
Sehbehinderung und die Lichtempfindlichkeit der Augen und der Haut gesund.
Der Albinismus
ist eine genetisch bedingte Störung. Er wird autosomat und rezessiv
vererbt, d.h. die Krankheit kann nur dann auftreten, wenn das entsprechende Gen
reinerbig vorliegt. Albinos haben also keine Farbpigmente aufgrund von
Veränderungen in den Chromosomen. Schon geringste Abweichungen im Bau
dieser Erbträger führen zu dauerhaften Veränderungen im
Erscheinungsbild. Wissenschaftler haben herausgefunden, daß zum Beispiel
radioaktive Strahlung, Röntgenstrahlung und viele Chemikalien Auslöser
für solche Mutationen sein können. Man spricht hierbei von sog.
mutagenen Substanzen. Die direkte Ursache für Albinismus sind Fehler im
Erbgut des Menschen. Im weiteren Sinne sind die Ursachen vielseitig, da
Erbfehler auch durch Umwelteinflüsse entstehen.
NOAH, die
Nationale Selbsthilfeorganisation für Patienten mit Albinismus, ist ein
Zusammenschluß von Patienten und Familien mit Albinismus (siehe Teil
NOAH). Hier besteht die Möglichkeit, zu anderen Betroffenen Kontakt
aufzubauen und sich auszutauschen. Zudem stellt NOAH Informationsmaterialien
über Albinismus zur Verfügung.
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